Laurynas Masiliauskas (1884-1956)
| Rokiškis |
Nicht alle Meister haben keine Bildung genossen. Einige von ihnen haben
ein wenig gelernt. Einer von ihnen war Laurynas Masiliauskas. Er wurde
1884 in Alsėdžiai (Landkreis Telšiai) in ärmlichen Verhältnissen
geboren. Die Eltern besaßen nur 2 ha Land. Da der Vater früh starb,
erfuhr Laurynas das Schicksal des Hirten und eines Halbwüchsigen. Der
Bruder seiner Großmutter, der Priester war, ermutigte den Jungen zu
lernen und schickte ihn ins Kloster. Laurynas Masiliauskas hielt sich
dort nur einen Monat lang auf, weil er das ständige Beten satt hatte.
Nachdem er das Lernen im Kloster abgebrochen hatte, fand Laurynas, Dank
des Priesters, Arbeit in einer Werkstatt, die verschiedene Möbel für
Kirchen herstellte. Hier arbeitete und lernte er, erhielt jeden Monat 10
Rubel für seine Verpflegung, und besuchte außerdem abends nach der
Arbeit Zeichenunterricht. In 5 Jahren beendete er sowohl die Ausbildung
zum Tischler, als auch zum Zeichner. Ein Verwandter schickte ihn nach
Vilnius um Zeichnen und technisches Zeichnen zu erlernen. Hier lernte
Laurynas seine zukünftige Frau kennen. 1911 beendete L. Masiliauskas
sein Studium, heiratete und zog nach Rokiškis um. Er begann in den
Kirchen von Rokiškis und Umgebung zu arbeiten: führte Tischler-,
Holzvergoldungs- und Malerarbeiten durch. Viele Arbeiten an der
Inneneinrichtung verrichtete er 1913-1914 und 1918-1919 in der Kirche
von Čedasai. Zur Zeit des 1. Weltkriegs siedelte er nach
Russland über. Er lebte unweit von Petrograd, stellte in einer Fabrik
Holzkästen zum Verpacken von Schießpulver her. 1918 kehrte er nach
Čedasai zurück, lebte später in Palėvenė und Kalnaberžė. 1930 kam er
wieder zurück nach Rokiškis, arbeitete wieder an der Inneneinrichtung
der Kirchen: er stellte Altäre, Beichtstühle, Bänke, Zimbeln,
Heiligenskulpturen, Kreuzfiguren u. a. her. In den letzten Jahren seines
Lebens, als er nicht mehr in der Lage war, begann er als Küster in der
Kirche von Rokiškis zu arbeiten. Diese Tätigkeit verrichtete er 5 Jahre
lang, bis zu seinem Tod. L. Masiliauskas war ein
sanftmütiger und guter Mensch, Nichtraucher und hatte keinen Hang zum
Trinken. In seinem ganzen Leben hat er seine Frau nicht mit „du“
angesprochen. Im Landesmuseum Rokiškis wird die von ihm geschnitzte
Skulptur des Hl. Johannes des Täufers (RKM 4968) aufbewahrt. Diese
Skulptur befand sich in einer Stabkapelle, die am Bach Laukupė neben der
Landstraße Rokiškis–Pandėlys stand. 1963 wurde sie dem Museum von
Albertas Talačka, dem Pfarrer der Kirche von Rokiškis übergeben. Bekannte Werke von L. Masiliauskas: 1.
In der Kirche von Utena – Bänke, 4 Beichtstühle im Stil der
Renaissance, Taufkapelle, kleiner Altar Herz Jesu und Antlitz (Angaben
aus dem Jahr 1944). 2. In der Kirche von Kamajai – 8 Beichtstühle im Stil der Gotik, angefertigt 1934. 3.
In der Kirche Čedasai – Baldachin, Bischofsthron, Skulptur
„Wiederauferstehung Christi“, kleiner Prozessionsaltar, Kommode, 2
Schränke für Kirchenkleider, 2 Kniebänke, 2 Priesterthrone zum Sitzen, 5
Beichtstühle, alle Kirchenbänke, Bilderrahmen, 12 Kerzenhalter. 4. In der Kirche von Žiobiškis – Skulptur des Hl. Antonius.
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