Jonas Vizbaras (1888 -1976) | Rokiškis ![]() |
Der zukünftige Künstler wurde am 27. November 1888 im Dorf Šiliuškiai
geboren. Sein Vater war ein reisender Schneider, der aus Šimonys
(Bezirk Kupiškis) stammte und nach der Aufhebung der Leibeigenschaft in
die Gemeinde Panemunėlis übersiedelte. Es gibt Informationen, dass auch
er die Schnitzerei mochte. Die Mutter des Schnitzers, Tebeliškytė,
wurde von J. Katelė aufgezogen. Sie hat alle ihre Kinder das Lesen und
Schreiben gelehrt. Im Alter sprach J. Vizbaras wie folgt über seine
Kindheit und Jugend: „Der Boden ist hier schlecht, Brote wachsen hier
gerade noch, und die Tiere finden keinen Klee... das sind doch keine
Wiesen... Nur die können hier leben – Schneider und solche eben... bis
zum Alter von 14 Jahren bin ich ohne Hosen durch die Gegend
gelaufen...“ Im Alter von 14 bis 17 Jahren hütete Jonas Tiere. Beim
Hüten schnitzte er Figuren in die Rinde der Birken. Er mochte das
Schnitzen. Als er älter wurde, stellte sich heraus, dass ihn Arbeiten
in Haus und Hof nicht interessieren: viel mehr interessierte ihn das
Handwerk des Tischlers. Die Jugend von Panemunėlis, darunter auch die
Brüder Vizbarai, erhielt Bücher und Zeitungen aus Amerika und las sie.
In der Familie herrschten verschiedene Ansichten: der Vater war nicht
gläubig, die Mutter religiös. In dieser Umgebung bildete sich das
Weltbild des zukünftigen Volkskünstlers heraus.
Im Alter
von 37 Jahren heiratete er, da er sich vor grauen Haaren und Einsamkeit
fürchtete. „Ich habe überlegt, eine Schneiderin zu heiraten, für andere
hatte ich keine Augen. Ich habe eine Schneiderin bekommen, aber meine
ist schon sehr häuslich veranlagt, hat mich gezwungen, das Land zu
bearbeiten“, – so erinnerte sich der Schnitzer an dieses Ereignis im
seinem Leben, als bereits viele Jahre vergangen waren.
Vizbaras
selbst behauptete, dass er erst dann ernsthaft mit dem Schnitzen
begann, als er von dem in Pandėlys lebenden „Wunderschnitzer“ Lionginas
Šepka hörte.
Obwohl es kein leichtes Unterfangen war,
gelang es den Mitarbeitern des Museums Rokiškis, J. Vizbaras zu
überreden, zum ersten Mal an einer Ausstellung teilzunehmen. Das war
1962. Später wurden seine Skulpturen in Moskau und Vilnius ausgestellt,
mit Preisen und Diplomen ausgezeichnet.
Im Museum werden
über 120 Schnitzereien aufbewahrt. Die Werke von J. Vizbaras lassen
sich in folgende Gruppen einteilen: historische Persönlichkeiten,
Teufel und Hexen, gewöhnliche Menschen, Tiere.
Jonas
Vizbaras starb 1976, wurde auf dem Friedhof des Dorfes Kavoliai
beigesetzt. Sein Elternhaus existiert schon nicht mehr, dort wachsen
Bäume.
© Rokiškio krašto muziejus






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