Bronislovas Stanislovas Milaknis | Rokiškis ![]() |
Unter den im Landesmuseum Rokiškis aufbewahrten Holzskulpturen befindet
sich eine recht große und herausragende Sammlung der Schnitzereien von
Bronislovas Stanislovas Milaknis. Es handelt sich um 119 Werke. Mit der
Sammlung wurde seit 1969 begonnen.
Bronislovas Stanislovas
Milaknis wurde am 28. Mai 1915 in Riga geboren. Sein Vater, Jonas
Milaknis, kommt aus dem Dorf Čeičiai (Gemeinde Juodupė), und seine
Mutter, Ona Maciūnaitė, wurde im Dorf Jurkupiai (Gemeinde Panemunėlis)
geboren. Sie lernten sich in Riga kennen.
In Riga wurde
nicht nur Bronislovas Milaknis, sondern auch sein älterer Bruder Jonas
(1912) geboren. Um 1920–21 kehrte die Familie nach Litauen zurück und
ließ sich im Dorf Čeičiai beim Großvater nieder. In Litauen kamen zwei
weitere Brüder zur Welt: Vladas (1922) und Petras (1925). Die Kinder in
dieser Familie waren begabt und fleißig. Jonas wurde Arzt, Vladas –
Förster und Petras – Journalist.
Der zukünftige
Holzschnitzer besuchte die Grundschule von Aleknai, aber das Lernen war
ihm zu unattraktiv. Er interessierte sich mehr für häusliche Arbeiten.
Noch als Kind hütete er die Tiere. Schon damals spürte er das Bedürfnis
zu malen und etwas zu formen. Als Hirte gibt er schöpferischer
Tätigkeit nach. Zuerst formte er kleine Figuren aus Ton. Diese waren
bei den anderen Kindern sehr begehrt. Immer wenn er gerade mit einer
Figur fertig war, musste er sie auch schon an seine Freunde
verschenken. Die kleinen Tonfiguren waren natürlich nicht sehr
beständig, weshalb der kleine Hirte beschloss, sich im Holzschnitzen zu
versuchen. Am liebsten waren ihm verschiedene Vögel und Flugzeuge. In
seiner Jugend diente Bronislovas bei lettischen Landwirten. In der
Nachkriegszeit musste er sich verstecken. Sein Vater wurde zu Gefängnis
verurteilt und in ein Lager abgeschoben.
Zu seinem
künstlerischen Schaffen kehrte Bronislovas Milaknis erst im höheren
Alter zurück. Er begann nicht nur Vögel und Flugzeuge, sondern auch
Figuren von Menschen zu schnitzen. Anfangs gelang es ihm nicht, alles
gut zu berechnen, weshalb der Kopf der Skulptur groß und die Beine zu
kurz waren, oder umgekehrt. Das bekam er jedoch schnell in den Griff.
Eine Inspirationsquelle stellten die Eindrücke aus gelesenen Büchern
dar. Eines der am besten gelungenen Werke ist Robinson Crusoe und
Freitag. Der Meister war von den Charakteren aus dem Roman „Don
Quichotte“ des spanischen Schriftstellers Servantes fasziniert. Er
schnitzte sogar mehrere Varianten von Don Quichotte und Sancho Pancho.
Wir erinnern uns an die Zeit, als die Basketballmannschaft „Žalgiris“
aus Kaunas und deren Siege in der damaligen Sowjetunion bei den
Litauern eine unheimliche Euphorie und Gefühle des Stolzes auslösten.
Auch Bronislovas Milaknis gefielen die Basketballspieler sehr, deshalb
schnitzte er auch ihre Figuren.
Seite geliebten Charaktere waren Musikanten, Sänger, theatralische und konkrete Persönlichkeiten.
Werke sakraler Thematik sind in der Sammlung des Landesmuseums Rokiškis
nicht vorhanden. Bronislovas Milaknis erinnert sich daran, dass er auf
Bitte Kreuze angefertigt hat, die zum Kreuzberg gebracht und dort
aufgestellt wurden.
Alles, was er schnitzte, hat
Bronislovas Milaknis in seiner Phantasie vor sich gesehen. Er hat
niemals Skizzen gemacht. Der Auswahl des Holzes maß er nicht viel
Bedeutung bei. Die meisten Werke schuf er auf Linde und Sal-Weide.
Birkenholz mochte er nicht, da es schwarz anläuft und leicht Risse
bekommt. Bronislovas verwendete die einfachsten Werkzeuge: Axt, Messer
und Meißel. Nach dem Tod seiner Frau ließ er sich in Rokiškis nieder.
Das Schnitzen hat er bereits aufgegeben.
© Rokiškio krašto muziejus






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