Karolis Dagys (1830 - 1922) | Rokiškis ![]() |
Karolis
Dagys wurde um 1830 im Dorf Urliai (Bezirk Rokiškis) geboren, lebte
lange Zeit in Punkiškiai. Wer seine Eltern waren, ist nicht bekannt. Er
hatte keine Bildung genossen. K. Dagys verdiente seinen Lebensunterhalt
mit der Kreuzmacherei. Als junger Mann zog er durch die Dörfer und
stellte Kreuze, Götter und Marienbilder aus Holz her. Um 1911-1912 ließ
er sich in Jūžintai nieder. Er war 3 Mal verheiratet, hatte viele
Kinder. Seine Söhne waren gute Tischler. Er fertigte Truhen, Kommoden
und Schränke an, jedoch keine Kreuze. In den Erinnerungen, die in den
60er Jahren des 20. Jh. XX von Veronika Strumskytė, der Enkelin von
Karolis Dagys, aufgeschriebenen wurden, hieß es: „Viele Menschen kamen
zu Großvater, baten ihn darum, ein Kreuz oder eine Figur anzufertigen.
Viele seiner Werke befinden sich in Anykščiai, Laukupėnai, Svėdasai und
Salos. Die Deutschen haben Großvater um 1918 bei der Arbeit
fotografiert. Im Alter, als er keine Kraft mehr hatte, schnitzte
Großvater Stöcke mit kleinen Hunde-, Nattern- oder Katzenköpfen an den
Enden. Seine Stöcke wurden sehr gern von den Deutschen gekauft, viele
von ihnen wurden nach Deutschland gebracht. Zur Zeit von Präsident
Smetona wurde über Großvaters Werke ein Buch mit seinem Foto und seinem
Lebenslauf verlegt. Bei Muttis Bruder, einem von K. Dagys‘ Söhnen,
wohnte für einige Zeit der Student Kazimieras Paunksnis zu Miete. Er
studierte an der Universität Kaunas und brachte viele Bücher mit,
darunter auch das Buch über die Schnitzereien unseres Großvaters.
Großvater Karolis Dagys war groß, stark, zu uns allen sehr gut, brachte
uns viel traditionelles Gebäck mit und verteilte es an alle...“. Das
genaue Datum dieses Schnitzers von Gottesbildern ist nicht bekannt.
Nach Angaben der erwähnten Enkelin starb K. Dagys 1922 und wurde in
Jūžintai beerdigt.
© Rokiškio krašto muziejus






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